Manfred Geis, MdL Rheinland-Pfalz
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Aktuelle Ausstellung:

Alexandra Deutsch - mysteriöse Metamorphosen

Objekte aus Papier und Textil, Monotypien

LÄUFT BIS 20.07.2012
Mo bis Fr, von 9.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung

 

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Sep 5, 2011

Erster Bericht von Ricarda Theobald aus Nicaragua

Ricarda Theobald, die im Januar 2010 als Schülerin der 12. Klasse des Leininger Gymnasiums Grünstadt zusammen mit Stefanie Bachtin bei Manfred Geis ein Praktikum gemacht hat, berichtet in unregelmäßger Folge ab sofort von ihrem Aufenthalt in Nicaragua.

Ihren ersten Bericht vom 3. September 2011 lesen Sie hier:

Ankunft in Nicaragua – meine erste Fahrt in einer Camioneta

Endlich, endlich, endlich! Da waren wir nun am Flughafen in Managua und wurden von unseren Vorgängern in Empfang genommen. Es gab ein großes Hallo, Fotos wurden gemacht und direkt vom Flughafen wurde eine erste Mail von unserer Ankunft nach Hause geschickt.

Und dann war es soweit: Endlich nach 26 Stunden klimatisierten Flughäfen und Flugzeugen konnte ich die (wie ich doch dachte) frische Luft Nicaraguas atmen. Ganz so frisch ließ es sich dann doch nicht atmen – der erste Atemzug kam mir vor wie in einem Tropengewächshaus im Zoo. Trotzdem war es einfach nur wunderbar!

Doch das Wunderbarste kam erst noch. Vor dem Flughafen wartete eine Camioneta, ein kleines LKWchen mit Ladefläche für unser Gepäck (wie ich dachte) auf uns. Das Gepäck wurde auch verstaut auf der Ladefläche und vor dem plötzlich eintretenden Regen mit einer Plane abgedeckt, aber dann durften auch wir auf die Ladefläche! Und dann folgte einfach nur ein "Wahnsinnserlebnis", das mir vollkommen unreal schien. Wir standen alle auf der Ladefläche des kleinen LKWs und ab ging es in den Verkehr Managuas. Hupen, völlig kaputte Autos, die sich aneinander vorbeiquetschten, Menschen überall und mittendrin wir auf der Ladefläche des LKWs. Es ging auf die Landstraße oder Autobahn (?) und unser LKWchen bretterte los. Der Wind peitschte mir ins Gesicht, ich konnte endliche durchatmen. Dann fing es richtig an zu regnen und auch der Regen trommelte auf uns ein – und ich erlebte ein gigantisches Gefühl von Freiheit.

So eine Straße entlang zu fahren kann 100 Cabriofahrten nicht ersetzten. (Behaupte ich mal, auch wenn ich noch keine 100 Cabriofahrten hatte!)

Am Straßenrand konnte ich die ersten „Häuser“ erkennen und mir wurde schlagartig klar, was für ein europäisches Bild ich doch noch im Kopf gehabt hatte. Es war alles so unglaublich anders! Ich sah überall nur Wellblechhütten, Menschen davor und darin. In alle Häuser konnte man reinschauen, es waren meist nur Gitterstäbe davor oder sie waren komplett offen: Schaukelstühle in unverputzten Räumen, in der Wohnstube geparkte Autos, Fernseher, die fast im Freien standen, schlammiger Boden, Abwasser, das direkt auf die Straße floss, kleine Lebensmittelständchen, Verkäufer, die Essen durch die Gegend trugen und anpriesen und überall Menschen und vor allem Kinder – an allem rauschte unser LKWchen vorbei und auch das letzte Tageslicht verabschiedete sich – gegen 18 Uhr.

Es war ein so unglaubliches Gefühl, es war eigentlich wie im Film. So also fühlt es sich an von einem Moment auf den anderen in einer völlig anderen Kultur zu landen.