Aktuelle Stunde zum Arp-Museum
Rede vor dem Landtag am 15. November 2007
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Kultur im Mittelpunkt unserer Diskussion könnte einen freuen, wenn es um Inhalte und um die Zukunft ginge. Ich fürchte, primär geht es nicht um Inhalte. Wenn es um Zukunft geht, geht es vor allem um parteipolitische Profilierung.
(Beifall der SPD - Zurufe von der CDU)
Das gehört zu unserem Geschäft. Das ist in Ordnung.
(Zuruf des Abg. Licht, CDU)
Ich bitte um Folgendes: Ich habe vorgestern im Ausschuss, nicht nur wegen der Funktion des Vorsitzenden, sondern auch weil es meine Überzeugung ist, etwas dazu gesagt. Lassen Sie uns gemeinsam aufpassen, dass wir bei aller notwendigen Aufklärung - dazu stehen wir auch - von offenen Fragen den Erfolg des Museums insgesamt nicht gefährden.
(Zurufe der Abg. Schreiner, CDU, Pörksen, SPD, und weitere Zurufe von der CDU)
Zu den Fragen von Frau Kohnle-Gros wird der Staatssekretär Stellung nehmen. Ich will nur noch etwas zur Politik sagen. Das ist kein SPD-Museum, weil wir die Landesregierung stellen. Es ist auch kein CDU-Museum, weil der Bürgermeister und der Landrat vor Ort ihrer Partei angehören. (Zuruf von der CDU)
Wir profitieren alle gemeinsam davon, wenn wir Erfolg haben. Wir sind uns einig, Erfolg gibt es nur mit einem seriösen Museum und mit zweifelsfrei echten Exponaten. Das ist keine Frage.
(Wirz, CDU: Jetzt kommen Sie zur Sache!)
Da sind wir uns einig. Wir haben ein Arp Museum und kein Arp-Mausoleum gebaut. Das bedeutet, wir zeigen selbstverständlich Arbeiten von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp, aber nicht immer die gleichen, sondern neue und neu arrangierte in neuen konzeptionellen Zusammenhängen.
(Zurufe der Abg. Wirz und Schreiner, CDU)
Hören Sie doch einmal auch darauf, was dieses Muse- um kulturell bedeutet. Dazu, daneben und unabhängig davon werden Arbeiten zeitgenössischer deutscher und internationaler Kunst gezeigt. Das war auch bei der Eröffnungsausstellung so. Da ist ein herzlicher Glückwunsch auch von dieser Stelle aus an Herrn Gallwitz und an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sagen. (Beifall der SPD und vereinzelt bei der FDP) Ich weiß nicht, wer von Ihnen mit viel Zeit und inhaltlichem Interesse im Bahnhof Rolandseck war.
(Pörksen, SPD: Keiner!)
Der renovierte Bahnhof hat immer noch einen direkten Bahnanschluss zur Strecke Koblenz - Köln, direkt am Museum. Das gefällt mir besonders gut. Es gibt eine architektonisch reizvolle Verbindung zu dem Neubau, das ist das Haus von Richard Meier. Ich will versuchen, Sie zu begeistern.
(Schreiner, CDU: Das Haus ist schön, das ist - - - Weitere Zurufe von der CDU)
Ich will versuchen, Sie für die Kunst und für die Architektur, für den Blick von der Veranda des Bahnhofs von dem Neubau über den Rhein hinweg zu begeistern.
(Schreiner, CDU: Und die Lager sind so toll, was man da an Kunst lagern könnte!)
Man sollte auf den Rhein und darüber hinaus blicken.
(Zuruf der Abg. Frau Kohnle-Gros, CDU, und des Abg. Hartloff, SPD)
Wir haben eine große Chance. Wir müssen bei diesen inhaltlichen und räumlichen Voraussetzungen auch in der Champions League mitspielen. Das sagt auch Ihr politischer Vertreter vor Ort sehr gerne. Das geht nur gemeinsam. Das haben wir vorhin bei der Konstantin-Ausstellung diskutiert und mit Beispielen belegt gesehen.
Ich komme jetzt noch einmal zu Ihrem Punkt. Die Vor- gehensweise haben wir ausführlich im Ausschuss diskutiert. Dort hat die Diskussion hingehört. Die Vorgehensweise, die der Staatssekretär dargestellt hat, ist vernünftig. Direktor Gallwitz soll noch ein Jahr länger bleiben als ursprünglich geplant. Auch das ist eine vernünftige Entscheidung. Er plant zwei Arp-Ausstellungen für das nächste Jahr, und zwar im Frühjahr aus den Beständen des Landes. Wir werden das stolz präsentieren können. (Zuruf der Abg. Frau Kohnle-Gros, CDU)
Im Herbst ist eine Ausstellung mit Dauerleihgaben ge- plant.
(Zuruf der Abg. Frau Kohnle-Gros, CDU)
- Das werden wir sehen.
(Frau Kohnle-Gros, CDU: Das wollen wir einmal sehen!)
- Das haben wir alles diskutiert.
Dazu gehört eine Überprüfung jedes einzelnen Werkes. Das war unstrittig. Aus diesem Grund müssen die vorher im Depot in Rolandseck sein.
(Zuruf der Abg. Frau Kohnle-Gros, CDU)
Das ist auch unstrittig. Mit den im Landesbesitz befindlichen Werken ist das bis Jahresende gewährleistet. Das ist Ihnen auch gesagt worden.
Das Arp Museum zu bauen, ist eine große Aufgabe gewesen. Wir haben lange in vielen Gremien darüber diskutiert. Einige von Ihnen waren mit beteiligt. Ohne die großzügige Unterstützung des Bundes hätten wir es am Ende nicht geschafft. Die Bundeskanzlerin hat das in angemessener und eindrucksvoller Weise bei der Eröffnungsveranstaltung dokumentiert. (Zurufe der Abg. Wirz, Dr. Rosenbauer, CDU, und Pörksen, SPD)
Die Schaffung einer neuen Stiftung im Jahr 2005 - Herr Wirz, da waren wir auch beteiligt -, die dem neuen Haus und den neuen Aufgaben von Bahnhof und Meier-Bau gerecht wurde, hat den Status des Landes gegenüber dem Arp-Verein in den Entscheidungsgremien verbessert. (Glocke der Präsidentin)
Das ist auch eine Vereinbarung, die gilt.
(Glocke der Präsidentin)
Wir können in der zweiten Runde noch etwas dazu sagen. (Beifall der SPD)