Rede im Landtag am 10. September 2010 zum Thema: Initiative zur Aufnahme des Klosters Maria Laach in die Liste des UNESCO-Welterbes
Maria Laach, ein schöner Ort, ein schönes Thema.
Sie von der Opposition kritisieren uns, dass wir hier immer nur die Regierung loben, aber was sollen wir denn machen, wenn sie uns sogar die Vorlagen dafür liefern.
Es gibt seit Jahren und aktuell eine vernünftige, kooperative – und erfolgreiche Welterbe-Politik des Landes RLP und es gibt zahlreiche übereinstimmende eindeutige Aussagen zu Maria Laach, vom Ministerpräsidenten, aus dem zuständigen Ministerium, regional und landesweit.
Aber wir haben nicht nur geredet über Maria Laach, das Land hat auch alles getan, das Kulturdenkmal Klosterkirche Maria Laach zu erhalten und zu pflegen.
Das passt übrigens zu unserer Politik, das reiche kulturelle Erbe unseres Landes insgesamt zu achten, zu schützen und ins Bewusstsein zu rücken.
Die Generaldirektion Kulturelles Erbe ist der Ausdruck dieser Politik, da wird vorbildliche Arbeit geleistet.
Viel Geld fließt da; Zuschüsse, die den Regionen des Landes und ihrer touristischen Positionierung zugute kommen.
Das Bewusstsein für den Denkmalschutz ist hoch im Land. Ich erinnere an unsere Diskussion zur Novellierung des entsprechenden Gesetzes. Ich freue mich, wenn ihr Engagement für Maria Laach auch für andere Kulturdenkmäler und den Denkmalschutz insgesamt in gleicher Weise gilt.
Der Ministerpräsident hat eine enge Beziehung zu Maria Laach, er ist nicht umsonst Mitglied des Kuratoriums der „Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach“, er hat aktuell den Initiatoren für eine Welterbe-Antragsstellung geschrieben: „Gerne lasse ich Ihren Vorschlag zur Aufnahme der Abtei in die UNESCO-Welterbeliste ausführlich prüfen. Die Erfahrungen der Landesregierung mit dem Weltkulturerbe werden in die Prüfung einfließen.“
Und das ist der Punkt, der entscheidende Punkt.
RLP hat eigene Erfahrungen und sieht auch Entwicklungen in anderen Bundesländern. Staatssekretär Walter Schumacher, mit allen, die daran beteiligt waren, hat gerade eindrucksvoll vorgeführt, wie ein Antragsteller in ständigem Kontakt und in Absprache mit dem Welterbe-Komitee agieren muss, um Erfolg zu haben.
Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir eine Brücke über das Mittelrheintal bauen dürfen – wie streng das Komitee mit unkoordinierten Alleingängen umgeht, hat Dresden gezeigt.
Also: Rheinland-Pfalz macht eine vernünftige und realistische Welterbepolitik, wir haben Erfolg gehabt mit der Anerkennung des Oberen Mittelrheintals und des Limes (zusammen mit anderen Bundesländern).
Es gibt weitere Vorhaben und Wünsche, sie wissen das. Sie sind wohl begründet und schlüssig, wie z.B. das Bestreben, die SCHUM-Städte für die Aufnahme vorzuschlagen, und sie sind verständlich und nachvollziehbar wie zum Beispiel der Wunsch von der Mosel, Welterberegion zu werden.
Wir haben in Rheinland-Pfalz ein besonders reiches Erbe an Kultur- und Naturstätten, die man sich als Welterbe vorstellen kann. Aber wir sind doch nicht das einzige Bundesland, das solche Wünsche hat, und die Bundesrepublik nicht das einzige Land auf der Welt mit diesen Wünschen.
Ich muss gestehen, dass ich es für vernünftig halte, dass das Welterbe-Komitee auch darauf achtet, dass Länder, die bisher unterrepräsentiert sind, und Kulturstätten, die in ihrem Bestand bedroht sind, besondere Beachtung und bevorzugte Förderung erhalten.
Deutschland gehört beileibe nicht zu den unterprivilegierten Ländern auf der Welt, dafür sollten wir dankbar sein.
Es gibt ein ausgeklügeltes Verfahren der Antragsstellung, abgestimmt zwischen den Bundesländern, koordiniert von der Kultusministerkonferenz, die eine deutsche Vorschlagsliste erarbeitet.
Wir haben für den AWWFK am 15. Januar 2010, also noch nicht lange her, zum CDU-Antrag zur „Initiative zur Aufnahme des Klosters Maria Laach in die Liste des UNESCO-Welterbes“ eine Antwort von Ministerin Ahnen bekommen, die deutlich gemacht hat, dass die aktuelle Vorschlagsliste der Bundesrepublik frühestens 2017 abgearbeitet sein wird. Dargestellt wurde auch nochmals, dass in der Regierungserklärung von Ministerpräsident Kurt Beck im Mai 2006 die Absicht bekundet wurde, als nächstes das jüdische Erbe in den sog. SCHUM-Städten Speyer, Worms und Mainz sowie die Dome von Mainz und Worms als Erweiterung der bereits bestehenden Welterbestätten Dom zu Speyer als Vorschläge von Rheinland-Pfalz zu benennen.
Wollen Sie das anders sehen?
Also kann eine Nominierung von Maria Laach frühestens für die übernächste Liste erfolgen.
Lassen sie uns unaufgeregt und vernünftig bleiben, damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, damit werden wir auch in Zukunft erfolgreich sein.
Heute Abend werde ich mit dem Ministerpräsidenten und meinen Kollegen Mittrücker und Eymael das Weltkulturerbe „Dürkheimer Wurstmarkt“ eröffnen.
Rheinland-Pfalz hat viele wunderbare Orte – freuen wir uns gemeinsam daran.