Pressemitteilung: Leseförderung hat in Rheinland-Pfalz erste Priorität
„Die gut ausgestattete benutzerfreundliche Bibliothek mit fachlich hochqualifizierten Bibliothekarinnen und Bibliothekaren ist ein zentraler Ort des sozialen Gemeinschaftslebens, ein wichtiger Indikator für die Qualität kommunaler Arbeit“, so Manfred Geis, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion nach der gestrigen Plenardebatte.
Das Ministerium gab einen umfassenden und aktuellen Zustandsbericht der realen Situation des Bibliothekswesens in Rheinland-Pfalz. Die problematische Finanz- und Personalausstattung vieler kommunal-öffentlicher und einiger wissenschaftlicher Bibliotheken wurde nicht beschönigt, doch es wurde auch sichtbar, welche finanziellen und personellen Anstrengungen das Kulturministerium in den letzten fünf Jahren – teils in sehr enger Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium – unternommen hat, um im Wettbewerb mit anderen Bundesländern zu bestehen.
„Auf einigen bibliothekarischen Feldern ist Rheinland-Pfalz auf die Überholspur gegangen und hat anhand von bemerkenswerten mehrjährigen Projekten eine gewisse Vorreiterfunktion inne“, sagte Geis, der auch Vorsitzender des Bibliotheksverbands in Rheinland-Pfalz ist.
Besonders zu nennen sei als einer der Förderschwerpunkte der Landesregierung in den letzten drei Jahren die „aktive Leseförderung von Kindern und Jugendlichen“. Die entstand durch die enge Zusammenbindung von Öffentlichen Bibliotheken und Schulen am Ort sowie den Ausbau von Schulbibliotheken und ähnlichen Einrichtungen wie „Leseecken“, die zunächst auf die über 300 Ganztagsschulen konzentriert seien.
„Ich wünsche mir ein offeneres Ohr mancher Entscheidungsträger in den Kommunen und mehr Bereitschaft, auch die erheblichen Chancen guter Bibliotheksarbeit für jung und alt erkennen zu wollen. Die Öffentliche Bibliothek ist dort gut aufgestellt (und es gibt etliche Beispiele dafür in Rheinland-Pfalz), wo die örtlichen Entscheidungsträger von der wichtigen Rolle der Bibliothek als unverzichtbare Bildungs- und Kultureinrichtung überzeugt sind. Wo diese Einsicht fehlt, existiert teils gar keine Bibliothek oder sie fristet, schlecht untergebracht, ein Schattendasein. Dabei ist der überdurchschnittlich große, wichtige und lobenswerte Einsatz von Hunderten von ehrenamtlichen Kräften in Gemeindebibliotheken sicher ein großes Plus für kleinere Bibliotheken im ländlichen Raum.“
Aber auch bei den wissenschaftlichen Bibliotheken werde man sich auf große Ausgaben einstellen müssen, die Sicherung unseres kulturellen Erbes, d.h. vor allem sachgerechte Lagerung und Restaurierung, war eine Hauptforderung bei einem Gespräch mit dem Beirat der wissenschaftlichen Bibliotheken, das er in seiner Funktion als DBV-Vorsitzender vor kurzem geführt habe.
Geis: „Wir sind mit der Leseförderung in Rheinland-Pfalz auf einem guten Weg, wir werden ihn konsequent und mit Freude weitergehen.“


