Pressemitteilung vom 14. Oktober 2003
Bereitschaft zur Zusammenarbeit sichert Bestand der Orchester
SPD-Fraktion bedankt sich für die Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten
„Ein mutiger Anstoß zum Nachdenken hat zu einem spannenden Diskussionsprozess und zu einem Ergebnis geführt, dass die Orchesterlandschaft in Rheinland-Pfalz langfristig auf hohem Niveau sichern wird“, dieses Fazit zog Manfred Geis, der kulturpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, nachdem der Ministerrat den aktuellen Vorschlägen von Kulturminister Zöllner heute zugestimmt hat.
Manfred Geis findet besonders wichtig, dass die Orchester an ihrem Standort bleiben: „Mainz behält sein Orchester, Koblenz behält sein Orchester und Ludwigshafen bleibt der Sitz der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz!“
Die vorgesehene Orchesterstrukturreform ist angesichts der Sparverpflichtungen eine notwendige Maßnahme, die auf die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und auf die Kreativität in der Organisation der Arbeitsabläufe setzt. Die innere Kooperation der drei Orchester in Zuständigkeit des Landes wird dazu führen, dass die bisherigen Aufgaben auch in Zukunft weitgehend ungeschmälert erfüllt werden können.
Die Gründung einer Orchesterakademie und von Kapitalstiftungen sind innovative Ideen zur Nachwuchsförderung und zur Unterstützung der Orchester durch bürgerschaftliches Engagement, das seit Beginn der Diskussion deutlich sichtbar wurde und Potentiale für die Zukunft verspricht. Dass Einsparungen, die vor 2006 schon möglich sind, diesen Stiftungen zugute kommen, ist ein weiteres erfreuliches Signal für eine gute Zusammenarbeit.
Das Landesparlament hat einen fruchtbaren Beitrag zu diesem Ergebnis geleistet. Viele Gespräche der Fraktionen und die Anhörung des Ausschusses für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur haben Positionen verdeutlicht und Kooperationsmöglichkeiten aufgezeigt.
Rheinland-Pfalz hat in einer schwierigen finanziellen Situation, in der sich alle politischen Bereiche an Sparmaßnahmen beteiligen müssen, für den Bereich der Orchester eine Einsparung beschlossen, die bestehende Strukturen zugunsten kreativer Formen der Kooperation verändert ohne die betroffenen Orchester in ihrer Substanz zu gefährden. Diese Entscheidung und der Diskussionsprozess ihres Entstehens unter Beteiligung der Betroffenen und externer Sachverständiger kann Vorbildfunktion für andere Länder haben, die vergleichbare Probleme werden lösen müssen.
Für die Form der Diskussion ist vor allem den Orchestern zu danken, die angesichts einer Ausgangslage, bei der einschneidende Veränderungen bei Arbeitsplätzen und Arbeitsgestaltung unabweisbar schienen, konstruktiv und kreativ mit vielerlei Formen des Protests, des Gesprächs und der Kooperation ein für alle Seiten akzeptables Ergebnis ermöglichten. Ihr Sachverstand und ihr Engagement wird auch für die konkrete Ausgestaltung der künftigen Zusammenarbeit unverzichtbar sein.