Manfred Geis, MdL Rheinland-Pfalz
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Oct 31, 2007

Jugendkunstschulen – eine Initiative für Rheinland-Pfalz!

„Was wir in unserem Wahlprogramm 2006 versprochen haben, ist jetzt in die Phase der Umsetzung getreten“, so Manfred Geis, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, nach einer Veranstaltung der Fraktion, die mit über 50 Vertreterinnen und Vertretern von Initiativen, Vereinen und Verbänden aus dem ganzen Land in Mainz stattfand.

Nachdem Staatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig dargestellt hatte, wie der Beschluss des Landtages, für das Jahr 2008 250 000,- Euro zur Einführung von Jugendkunstschulen in Rheinland-Pfalz zur Verfügung zu stellen, umgesetzt werden soll, wurde nach einer regen Diskussion hohe Übereinstimmung dahingehend erzielt, dass eine möglichst breite projektorientierte Förderung viele Initiativen erreichen soll.

„Vieles spricht jetzt dafür“, so Manfred Geis, „dass sich ein ‘Landesverband der Jugendkunstschulen’ bildet, der für eine Vernetzung der vielen Initiativen sorgt.“

Insgesamt zeigten die Anwesenden die große Bandbreite der möglichen Anbieter: Etablierte Einrichtungen wie Volkshochschulen, Musikschulen und soziokulturelle Zentren, aber auch zum Beispiel die Jugendarbeit der Evangelischen Kirche der Pfalz bemühen sich um zusätzliche Angebote, bereits bestehende Organisationen wie die Jugendkunstwerkstatt Koblenz, die Offene Werkstatt Bad Dürkheim und der Internationale Bund in Pirmasens um die weitere Entwicklung des Programms, Kommunen, Vereine und Initiativen um neue Aktivitäten.

Manfred Geis: „Es ist ein Vergnügen, sich diese Landkarte der Kreativität anzusehen, die in Rheinland-Pfalz entstehen wird. Die kulturelle Bildung hat ein weiteres wichtiges Standbein erhalten.“

Manfred Geis moderiert das Fachgespräch der SPD-Landtagsfraktion zum Thema „Jugendkunstschulen“. Links daneben Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig, rechts die Landtagskollegen Matthias Krell und Fritz Presl.

Große Resonanz auf die Einladung in den Sitzungssaal der SPD-Landtagsfraktion

Steffi Rohling, die Direktorin des Volkshochschul-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, eine der vielen engagierten TeilnehmerInnen.

Fachgespräch der SPD-Landtagsfraktion am 30. Oktober 2007 in Mainz

Einführungsrede von Manfred Geis, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion

Die Szene ist da! Herzlich willkommen!
Dies ist eine wichtige Veranstaltung heute und eine, auf die ich stolz bin!!
Wir reden über die Umsetzung einer Forderung unserer Partei im Programm zu den Landtagswahlen 2006, die nach der erfolgreichen Wahl Teil der Regierungserklärung von Ministerpräsident Kurt Beck wurde und die in einen Antrag mündete, den unsere Fraktion für den Doppelhaushalt 2007/08 einbrachte: 250 00 Euro für den Aufbau von Jugendkunstschulen zur Verfügung zu stellen. Wir wünschen uns natürlich, dass diese Summe danach jedes Jahr wieder neu zur Verteilung kommt!

Ich will auch den Anlass nennen, der mich dazu gebracht hat, diese Initiative zu ergreifen. Bei einem Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung im Januar 2006 hat Mechthild Eickhoff von der bundesweiten Arbeit der Jugendkunstschulen erzählt und mir die Augen dafür geöffnet, dass hier eine Chance liegt, demokratische Beteiligungspotenziale schon mit den Jüngsten einzuüben und umgekehrt (das war besonders beeindruckend, wie sie das erzählt hat) zu lernen von der Kraft und Kreativität, die von Kindern ausgeht.. Ich sage das so persönlich, weil ich denke, es geht viel mehr um die humane Substanz der Akteure (altmodisch: Glaubwürdigkeit) als um Programme und formale Qualitätsmessungen, ob in der Schule oder im kulturellen Zusammenarbeiten.

Es ist durch unsere Initiative für Jugendkunstschulen in Rheinland-Pfalz eine Bewegung im Land entstanden, auf die wir stolz sein können – und die viele überrascht hat.
Viele etablierte Einrichtungen der Kulturarbeit mühen sich um Weiterentwicklung in den Bereich der Jugendkunstschulen (Volkshochschulen, Musikschulen ...);
die, die auf diesem Feld schon aktiv sind – da gibt es auch mehr, als vielen bewusst war – mühen sich um Erweiterung ihrer Arbeitsfelder und um Vernetzung miteinander;
neue Initiativen sind entstanden, von Künstlern, von Kulturvereinen, von engagierten BürgerInnen, ich nenne jetzt beispielhaft die Bad Kreuznacher Frauengruppe mit ihrer „Kunstwerkstatt“ in Gründung, weil sie mir in ihrer „Privatheit“ besonders gut gefällt.

Bildung ist seit Jahren ein Schwerpunkt sozialdemokratischer Landespolitik, institutionell vom Kindergarten bis zur Hochschule, dabei geht es um Chancengerechtigkeit und um den Ausgleich von Benachteiligungen, aktuell mit besonderen Notwendigkeiten, aber auch besonderen Anstrengungen im Bereich der Integration.

Kulturelle Bildung ist davon ein Teil, einer, der uns besonders wichtig ist. Deshalb haben wir von der SPD-Landtagsfraktion im Dezember 2005 in einer Großen Anfrage auch den Stand der kulturellen Bildung in Rheinland-Pfalz erfragt und festgestellt, dass in der Schule und außerschulisch bereits Erhebliches geleistet wird.

Für den Schulbereich will ich nur beispielhaft die vielen neuen Möglichkeiten nennen, die sich mit der Einführung der Ganztagsschulen ergeben haben, Rahmenverträge für die Zusammenarbeit der Schulen gibt es mit vielen kulturellen Einrichtungen, ich nenne stellvertretend die Musikschulen und die Bibliotheken.

Die außerschulische kulturelle Bildung wird in kommunalen Einrichtungen wie in Musikschulen und Bibliotheken, in soziokulturellen Zentren, Vereinen und Initiativen gefördert und organisiert, sei es in Chören, Theatergruppen oder wie auch immer.

Jugendkunstschulen sollen für Rheinland-Pfalz als weitgehend neue, zusätzliche Möglichkeit zu all diesen kulturellen Ausprägungen hinzukommen, sie ergänzen, integriert werden und integrierend wirken.

Was wollen wir dabei leisten?
Wir wollen das anregen, unterstützen, verstetigen und vernetzen, was sich landesweit zeigt: Vielfältige Initiativen fühlen sich bestätigt und herausgefordert, etablierte und neue, große mit mehreren kulturellen Sparten und kleine, die nur einen Schwerpunkt haben, in städtischen Zentren und auf dem Land, im Norden und im Süden des Landes, im Westen und am Rhein entlang. Es macht einfach Spaß, sich diese Landkarte der Kreativität anzusehen – das ruft nach Vernetzung und provoziert besondere Anstrengungen, wo man „weiße Flecken“ vermuten muss.

Es ist gut, dass heute VertreterInnen etablierter und landesweit organisierter Einrichtungen wie Volkshochschulen und Musikschulen, soziokulturelle Zentren und Kirchen hier sind; Organisationen, die meines Erachtens heute schon „Jugendkunstschulen“ sind, wie die Jugendkunstwerkstatt Koblenz, die Offene Werkstatt Bad Dürkheim und der Internationale Bund aus Pirmasens mit seinem Jugendhaus; VertreterInnen von Kommunen, die Initiativen ergreifen wollen, wie die Stadt Zweibrücken und der Landkreis Trier-Saarburg; Vereine wie Pablo in Speyer (geprägt von Bildenden KünsterInnen) oder neue „private“ Initiativen wie die aus Bad Kreuznach, die ich eben bereits erwähnt habe.

Ich bin sicher, heute sind hier nicht alle, die es in Rheinland-Pfalz gibt, aber erfreulich viele – und vielfältige! Ich bin sehr gespannt auf ihre Diskussionsbeiträge und ihre inhaltlichen Konzeptionen und Projekte.

Staatsekretär Joachim Hofmann-Göttig wird jetzt einen konkreten Vorschlag machen, wie sich das zuständige Ministerium die Umsetzung des Landtags-Grundsatzbeschlusses vorstellt. Danach werden Sie gefragt sein.

Ich wünsche mir, dass von dieser Veranstaltung ein ähnlicher Impuls ausgeht wie von der im Januar 2006; dass nach der Phase der Ideenbörse die Struktur entsteht, die zur Verstetigung der Arbeit notwendig ist, mag man es „Landesverband der Jugendkunstschulen“ nennen oder wie auch immer.