Genossen nominieren Manfred Geis fast einstimmig
DIE RHEINPFALZ
Bad Dürkheimer Zeitung
Nr.126
Freitag, den 03. Juni 2005
*BAD DÜRKHEIM/BOCKENHEIM: Wieder SPD-Direktkandidat zum Landtag im Wahlkreis 41* –
Thomas Diehl B-Kandidat
Im Landtagswahlkreis 41 (Bad Dürkheim) heißt der SPD-Kandidat erwartungsgemäß Manfred Geis. In der Wahlkreiskonferenz am Mittwoch im Bockenheimer Haus der Weinstraße wurde der Dürkheimer mit 80 Stimmen bei einer Enthaltung nominiert, ein Ergebnis, das mit stehendem Applaus quittiert wurde. B-Kandidat wurde der Laumersheimer Thomas Diehl, der sich - bei 75 gültigen Stimmen und zwei Enthaltungen - mit 39:34 gegen Heike Mrosek-Handwerk, Grünstadt, durchsetzte.
Der Dürkheimer Manfred Geis ist seit 1998 Mitglied im Landtag. Damals verzichtete Fritz Preuss nach der halben Legislaturperiode auf sein Mandat, Geis rückte nach und wurde innerhalb kurzer Zeit kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Bei der letzten Wahl gewann er das Direktmandat mit 39,9 Prozent.
In seinem Rechenschaftsbericht zeichnete er einen Abriss der - seiner Meinung nach - erfolgreichen Politik der Regierung Beck: "Optimismus ist angebracht." Lediglich einmal merkte er amüsiert an, er müsse über Herrn Böhr eigentlich nicht schimpfen: Das hätten sein Gegenkandidat und die ganze CDU im Kreis "ausgiebig" gemacht - pikanterweise an gleicher Stelle. Er habe vor, einen aktiven Wahlkampf zu führen, wolle sich aber nicht an "Material- und Anzeigenschlachten" beteiligen.
Geis erinnerte an die historische Dimension seiner Partei, an das Hambacher Fest, daran, dass die SPD im Dritten Reich Widerstand geleistet habe und dass sie "die" Volkspartei sei - letzteres am Beispiel des früheren SPD-Bürgermeisters in Bockenheim, Karl Klingel, festmachend.
Sein "inhaltliches Spezialgebiet" ist die Kulturpolitik: Er streifte Themen wie beispielsweise die neu gestaltete Lehrer-Ausbildung ("Da hat Rheinland-Pfalz eine Vorbildfunktion für andere Länder") und die Studiengebühren, auf die das Land auch in Zukunft selbst dann verzichten will, wenn die Regeldauer um bis zu 75 Prozent überschritten wird, was mit Beifall bedacht wurde. Wichtig sei für ihn auch die Gleichstellung und Frauenförderung. Dabei müsse man nicht nur auf die "Quote" schielen, sondern auch die Inhalte ändern. In seinem Wahlkreis selbst lege er Wert auf Glaubwürdigkeit und Präsenz: Sein Wahlkreisbüro habe er bewusst in Grünstadt eingerichtet; Markttreff und "Rote Kanne" dort hätten sich bewährt. Nach den Kommunalwahlen habe er inzwischen mit allen Bürgermeistern "gute Gespräche" geführt.
Besonders interessiere ihn das Thema Verkehr, vor allem der Öffentliche Personennahverkehr und Radwege. Kindergarten ("Kindergarten und Schule müssen im Dorf bleiben!") und Tourismus ("Muss zum Hauptthema in der Region werden") sind weitere Bereiche, denen er große Bedeutung zumisst.
Abschließend versprach er, im Wahlkampf keine "zänkerischen Auseinandersetzungen" zu machen, sondern die große Linie der Politik im Auge zu behalten. Allerdings habe die Landtagswahl vorerst nur "zweite Priorität": "Lasst uns gemeinsam zuerst die bundespolitische Auseinandersetzung bestehen."
Für die Landtagswahlen können die Parteien in den Wahlkreisen jeweils einen A- und einen B-Kandidaten aufstellen. Der B-Kandidat ist Ersatzbewerber für den A-Kandidaten. Wird der A-Kandidat in den Landtag gewählt und gibt während der Legislaturperiode sein Mandat ab, rückt der B-Kandidat für ihn nach. Dies gilt auch dann, wenn der Abgeordnete den Wahlkreis nicht direkt gewinnt, sondern über die Bezirksliste in den Landtag einzieht. Denn seinen B-Kandidaten nimmt jeder A-Kandidat auch auf die Liste mit. (wms)


