„Ich bin in der Politik, um etwas zu bewegen“ - Schülerinnen im Interview mit Manfred Geis

02.11.2014

Im Rundbrief von ELAN, dem „Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz“ erschien im Oktober 2014 ein Interview zweier Mainzer Schülerinnen mit Manfred Geis:

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Herr Geis, Sie gehören dem Ausschuss für Europafragen und Eine Welt an. Was ist Ihnen wichtig in dieser Funktion?

Mir ist wichtig, dass Vereinbarungen, die wir im Ausschuss treffen, nicht nur unser Gewissen beruhigen, sondern auch tatsächlich umgesetzt werden. ELAN ist dabei eine große Unterstützung, denn das Landesnetzwerk ist für uns die Kompetenzstelle, an die wir uns bei inhaltlichen Fragen wenden können. ELAN muss uns auch weiter Druck machen, damit wir aus freiwilligen Vereinbarungen verbindliche Gesetze machen.
 

Was sind Ihre größten Erfolge?

Das wichtigste Ergebnis ist zuerst einmal die Existenz des Ausschusses, um zu verdeutlichen, dass Entwicklungszusammenarbeit auch ein landespolitisches Thema ist. Konkret haben wir 2009 einen Antrag zur Vermeidung des Erwerbs von Produkten, die aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen, in die Wege geleitet. In der Folge haben viele Kommunen und die Landesregierung begonnen, bei der Beschaffung soziale und ökologische Kriterien zu berücksichtigen. Es muss noch viel mehr passieren.

Der Ausschuss begleitet auch die Partnerschaft des Landes zu Ruanda, die es schon lange gibt. Es ist wichtig, dass viele Organisationen, einzelne Personen und Schulen diese Partnerschaft mitgestalten.
 

Was treibt Sie beruflich an, sich für entwicklungspolitische Fragestellungen einzusetzen?

In meinem Arbeitszimmer hing jahrelang ein Plakat mit einem kleinen afrikanischen Jungen, der in einem Papierkarton sitzt, darunter steht: „Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist besser als tausend Programme.“ Ich bin in die Politik gegangen, um aktiv zu sein und etwas zu bewegen. Lange stört mich schon, dass wir uns regelmäßig erbsenzählerhaft damit beschäftigen, ob der Unterrichtsausfall in rheinland-pfälzischen Schulen 1,7 oder 3,4 Prozent beträgt. Angesichts der Millionen Kinder weltweit, die nicht einmal die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen, erscheint mir das zynisch. Deshalb engagiere ich mich im Ausschuss für genau diese Kinder und ihre Eltern.

Berfin Yildirim & Jaqueline Steinberger, SchülerInnen der IGS Mainz-Bretzenheim, und Manfred Geis. Foto: Julia Valentin