Kritische Erinnerung an den „Westwall“ wird gesichert

15.05.2014

Rede von Manfred Geis zur Einbringung des Landesgesetzes zur Errichtung der Stiftung „Grüner Wall im Westen“ am 14. Mai 2014

Manchmal kann man politische Entwicklungen angemessen personalisieren und auf eine Person direkt beziehen. Niemand wird ernsthaft widersprechen wollen, wenn ich sage: Kurt Beck sei Dank für die Entwicklung bis hin zur Errichtung der Stiftung „Grüner Wall im Westen“.

Keiner hat wie er sich eingesetzt, dass die ehemaligen Anlagen des Westwalls, seinem „Spielplatz“ der Kindheit – ein schwieriger Spielplatz - in seinem Heimatdorf Steinfeld, das wie keines gelitten hat unter dem Westwall, dem Symbol eines verbrecherischen und menschenverachtenden Systems, im Bewusstsein geblieben sind. Keiner hat sich wie er dafür eingesetzt, dass eine nachhaltige Sicherung der Anlagen und eine Ausgestaltung als Mahn- und Denkmal sowie als Biotop in Ruinen erreicht werden konnte.

Die Vereinbarung zwischen Bund und Land vom Januar 2013 hat die Entwicklung ermöglicht, deren gesetzliche Absicherung wir heute in die Wege leiten. Wir können alle froh sein, dass diese vernünftige Regelung zustande gekommen ist.

Die 25 Millionen, die der Bund zur Verfügung stellt, werden nach den Erfahrungen der letzten Jahre ausreichen, die Anlagen zu sichern. Weitere Zuwendungen werden die Möglichkeit eröffnen, die vielen engagierten Menschen, die sich seit Jahren im Bereich des Natur- und Umweltschutzes sowie der historisch-politischen Bildung engagieren, bei ihrer Arbeit wirksam zu unterstützen. Da wird es auch Fördermöglichkeiten des Bundes geben.

Dieser Aspekt gibt mir die Gelegenheit, ein zweites Mal Dank zu sagen, den vielen Verbänden, Vereinen, Initiativen, Einzelpersonen, die das Bewusstsein für die Bedeutung des Westwalls wachgehalten haben. Sie sind der Garant dafür, dass auch in Zukunft diese Anlagen angemessen gepflegt und sinnvoll genutzt werden.

Ich will ausdrücklich als Ziel unserer Fraktion unterstreichen: Die, die sich bisher ehrenamtlich um den Westwall gekümmert haben, sollen auch künftig eine wichtige Rolle spielen.

Der „Grüne Wall im Westen“ ist ein gesamt-rheinland-pfälzisches Projekt, von der Eifel im Norden bis zur französischen Grenze im Süden; im Norden bietet sich eine Zusammenarbeit mit Initiativen in NRW an, ein Friedens-Projekt muss im Süden auch den engen Austausch mit den französischen Freunden pflegen. Überall gibt es engagierte und – was besonders wichtig ist – kompetente Menschen; ihre Anstrengungen noch stärker als bisher miteinander zu vernetzen und öffentlich zu machen, wird die Aufgabe vor allem der Landeszentrale für politische Bildung im historisch-politischen Bereich und von Verbänden und Weiterbildungseinrichtungen im Natur- und Umweltschutz sein.

Dem Anliegen sollte auch personell in Vorstand und Kuratorium der Stiftung Rechnung getragen werden.

Die Einrichtung der Stiftung „Grüner Wall im Westen“ markiert das Ende eines jahrzehntelangen Bemühens um die materielle Sicherung der Anlagen, um das Bewussthalten der Erinnerung an die politische Bedeutung des Westwalls.

Sie schafft beste Voraussetzungen, dass mit besserer finanzieller und organisatorischer Unterstützung die bisherige engagierte Arbeit weiterentwickelt werden kann.