Kunst im Abgeordnetenbüro – Idee und Geschichte

25.07.2014
Rundum Kunst im Büro von Manfred Geis bei der Installation von I.  Helen Jilavu und Erik Schmelz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit 1999 finden unter dem Titel „Kunst im Abgeordnetenbüro“ in und an meinem Zimmer im Abgeordnetenhaus des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz Kunstausstellungen statt.

In den bisherigen Ausstellungen haben sich oft junge Künstlerinnen und Künstler präsentiert, die an der Akademie für Bildende Künste der Universität Mainz studieren bzw. studiert haben, wie Stefan Budian, Sabine Dehnel, Frank Gabriel, Natalie Medebach (damals: Nimführ), Nikola Jaensch, Henrike Franz und Martina Hahn, Nicole Ahland und Vanessa Heyde, Michael Pohl, Martina Kaul, Mirjam Nemetschek, Ulrich Schreiber, I. Helen Jilavu und Erik Schmelz sowie in einer Gruppenausstellung im Foyer des Abgeordnetenhauses die Klasse von Prof. Klaus Vogelgesang. Von der Universität Koblenz-Landau kamen in einer gemeinsamen Ausstellung Rosi Schauer und Nicole Bellaire.

Bei der 33. Ausstellung wurde erstmals eine Arbeit präsentiert, die für die Diplomprüfung im Fachbereich Kommunikationsdesign an der FH Mainz entstanden ist: Nina K. Becker und Marie-Christin Schweizer zeigten ihr Buchprojekt „In die Hände gedrückt geschenkt“ zusammen mit Fotos von Andrea Esswein, beide Arbeiten befassten sich mit dem Leben und Schreiben schizophrener Menschen. Und von der FH kamen auch die beiden Professoren Stefan Enders und Felix Scheinberger mit ihrem Projekt „Istanbul und mehr“.

Qualität und Professionalität

Kriterien der Auswahl sind dabei ausschließlich Qualität und Professionalität, wobei besondere Aufmerksamkeit denjenigen Künstlerinnen und Künstlern gehört, die am Übergang von Studium zu Selbstständigkeit stehen. Dies galt neben den meisten Mainzer Studierenden und Absolventen auch für Sabine Ullrich und Silke Andrea Schmidt, die an der HfG in Offenbach studiert haben, die Berlinerin Miriam Kilali, die Frankfurterin Kerstin Lichtblau, Karin Maria Zimmer, die in Saarbrücken studiert hat, die Westpfälzerin Birgit Bysiak, Cornelia Rößler, die im rheinhessischen Guntersblum lebt sowie Monika Schneider, die in Düsseldorf studiert hat.

Aus der Pfalz haben bisher außerdem die „etablierten“ Künstler Klaus Fresenius, Fritz Eicher, Friederike Zeit, Friedrich Weschmitt und Petra Straß ausgestellt; aus dem Westerwald kamen das Künstlerpaar Kocheisen&Hullmann sowie Kyra Spieker und der Staatspreisträger Erwin Wortelkamp. Zu den beiden Letztgenannten entstand auch ein Bezug durch ihre „Kunst am Bau“-Arbeiten im Bereich des Abgeordnetenhauses.

Events, Koproduktionen, Stipendiaten und mehr

Das Hauptevent war sicher die Zwischenbilanz-Ausstellung „10 Jahre Kunst im Abgeordnetenbüro“ mit der Einladung an alle bisherigen 70 Künstlerinnen und Künstler, sich mit je einer Arbeit zu beteiligen. Sehen Sie sich die ausgestellten Werke in der „Galerie“ bei Vergangene Austellungen/10 Jahre Kunst im Abgeordnetenbüro an.

Ein Event war sicher die Ausstellung „Rotweinprotokolle“ von Hella Nohl, bei der zur Eröffnung auch Ministerpräsident Kurt Beck und die Deutsche Weinkönigin Katja Schweder sprachen.

„Koproduktionen“ gab es bei gemeinsamen Ausstellungen mit dem Maison de France mit Arbeiten von Sophie Casado, Anne Katrin Schreiner und Eric Carstensen/Michael Volkmer, die alle biographische bzw. künstlerische Bezüge zu Frankreich haben, sowie mit dem Landtag, als Jane Dunker Fotografien zum Projekt „Plenarmusik“ zeigte.

Ein Anliegen ist mir auch, die Künstlerinnen und Künstler zu präsentieren, die Stipendien des Landes Rheinland-Pfalz erhalten haben: Im Dezember 2002 haben die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses Balmoral zum Abschied in acht geheimnisvollen Kisten je ein Werk zur Versteigerung angeboten; im Sommer 2004 hat sich Marion Anna Simon mit der Ausstellung „Dem Rhein“ bedankt und vom Asterstein-Stipendium verabschiedet, Neringa Naujokaite aus Litauen war Stipendiatin im „Künstlerhaus Balmoral“ in Bad Ems. Mit Petra Johanna Barfs, Ute Bernhard, Ulli Böhmelmann, Dorthe Goeden, Vanessa Heyde und Nadja Recknagel haben sechs Mentees des Programms "Mentoring für Bildende Künstlerinnen" im November 2008 ausgestellt und von der Kulturministerin Doris Ahnen bei der Gelegenheit ihre Urkunden erhalten.

Über den Tellerrand schauen muss immer ein Anliegen der Kunst sein, das soll auch geographisch gelten: Von der Kunstakademie Düsseldorf kamen Myriam Thyes und Anke Landschreiber, dort studiert hat auch Kirsten Klöckner aus Berlin. Annegret Hoch hat in München studiert und war Meisterschülerin bei Jerry Zeniuk; Renate Wiedemann und Katrin Stangl waren Meisterschülerinnen in Berlin und Leipzig.

Besonders schön ist es, dass der Kontakt zu den meisten Künstlerinnen und Künstlern bestehen bleibt, Freundschaften entstehen. Viele kommen immer wieder zu den Ausstellungseröffnungen. Da muß es ja auch wieder Präsentationen mit vertrauten Künstlern geben, in neuen Konstellationen, mit neuen Arbeiten.

So haben über den Jahreswechsel 2004/2005 zwei „alte Bekannte“ mit für sie ungewohnten Techniken ausgestellt: Malerei von Sophie Casado, deren große Papierobjekte wir kennen, und Fotografie von Frank Gabriel, der mit seinen "Tischen unterwegs" bekannt ist.

Der erste Künstler mit zwei Einzelausstellungen war Stefan Budian; er hat die erste Präsentation 1999 und die 47. Ausstellung 2009 gestaltet. Dass mit ihm auch die „Edition Kunst im Abgeordnetenbüro“ gestartet wurde, war naheliegend.

Bei einer gemeinsamen Ausstellung mit dem Verein „Macht Kinder stark für Demokratie“ wurden Kunstwerke zum Verkauf angeboten, die neben anderen 16 KünstlerInnen gespendet hatten, die schon einmal bei „Kunst im Abgeordnetenbüro“ ausgestellt hatten.

Herzliche Einladung!

Sind Sie neugierig geworden? Das ist schön! Dann kommen Sie bitte jederzeit in meine „Galerie“ im Mainzer Abgeordnetenhaus des Landtags. Am besten ist, Sie rufen vorher an: 06131/208-3236 oder schicken mir eine E-Mail an manfred.geis@spd.landtag.rlp.de, dann vereinbaren wir kurzfristig einen Termin.

Interessiert auszustellen?

Künstlerinnen und Künstler, die an einer Ausstellung interessiert sind, können sich natürlich jederzeit melden, am besten per E-Mail an: Manfred.Geis@spd.landtag.rlp.de