Laura Kany und Caroline Theobald in:

19.07.2013

"Unser turbulentes Praktikum bei Manfred Geis"

Vom 25. Juni - 4. Juli durften wir beide, Schülerinnen der 11. Klasse der IGS Enkenbach-Alsenborn, bei Manfred Geis, unserem Landtagsabgeordneten, ein Praktikum machen.

Montagmorgens ging es los und wir beide waren schon tierisch gespannt, was uns denn so alles erwarten würde.

Angefangen hat unser Praktikum in Ludwigshafen in der Stadtbücherei bei der Eröffnung des diesjährigen „Lesesommers". Die Häppchen, die uns dort erwarteten, waren die besten, von denen wir in unserem Praktikum kosten durften. Denn geregelte Essenszeiten kann man in diesem Beruf mal gleich in die Tonne klopfen. So verplanten wir unsere freie Zeit auch immer gleich mit Besuchen im Supermarkt, um ja nicht zu verhungern.

Die zwei Wochen verbrachten wir in Mainz, um den Landtag und das Abgeordnetenhaus mit seinen Türstehern, Hausmeistern und Politikern besser kennen zu lernen. Was uns im Abgeordnetenhaus wohl am meisten beeindruckte, war abgesehen vom Fahrstuhl, der zu unserer Überraschung nach Parteien geordnet war, die Kunstausstellung von unserem lieben Manfred im SPD-Flur.

Diesmal gab es hier leckere Schimmelskulpturen zu sehen, die uns wirklich sehr aufs Gemüt schlugen. Aber Kunst muss ja nicht zwangsläufig schön sein. So ließen wir uns belehren. Es ist schon interessant zu sehen, auf welche Ideen die lieben Künstler kommen, bei denen es sich meistens um Studenten handelt, die so auch mal die Chance bekommen, ihre Kunst ausstellen zu dürfen.

Abgesehen von der Kunst waren wir fast täglich bei Arbeitskreis- und Ausschusssitzungen live dabei. Dort wurden aktuelle Themen besprochen, diskutiert und versucht, eine Lösung zu finden. Auffallend war hier die fortgeschrittene Technik, auf die inzwischen fast jeder Politiker zurückgreift, die lieben, guten iPads, aber manchmal auch nicht nur, um Informationen zu googeln, sondern auch um seinen Kollegen mal ein schönes Urlaubsfoto zu zeigen, was wir sehr amüsant fanden.

Auch die Stimmung zwischen den Abgeordneten aus verschiedenen Parteien war sehr interessant zu beobachten. So hatte man im Abgeordnetenhaus durchaus das Gefühl, dass alle gut miteinander auskommen und man konnte sich immer eines netten Schwätzchens am Aufzug sicher sein. Ganz anders sah das dann im Plenarsaal aus. Hier gab es Momente, in denen es einem so vorkam, als würde man gleich mit Gegenständen nacheinander werfen.

Was uns sehr gefreut hat, ist, dass die Abgeordneten in einer Plenarsitzung außer reden vor allem eines tun: NASCHEN! Hierbei reichte das Süßigkeitenspektrum von Bonbons und Keksen über Gummibärchen bis hin zu einer Toffifee-Schachtel, die eine Reise durch die gesamte SPD-Fraktion machte.

Zu unseren besonderen Highlights zählten natürlich die Treffen mit den bekannteren Politikern aus Rheinland-Pfalz. So trafen wir nicht nur Ministerin Ahnen oder Julia Klöckner, sondern konnten auch bei der Verabschiedung des Direktors der Landeszentrale für politische Bildung mal kurz Kurt Becks Hand schütteln und, was besonders spannend war, ein kurzes, aber sehr nettes Gespräch mit der Ministerpräsidentin Malu Dreyer führen, als wir mit einer Gruppe von Schülern der Käthe-Kollwitz-Schule aus Grünstadt in der Staatskanzlei zu Gast waren.

Vermutlich wird uns auch die Verabschiedung der Präsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz noch sehr lange im Gedächtnis bleiben. Zum einen, weil wir total overdressed mit der Straßenbahn dorthin gefahren sind (die Blicke der anderen Fahrgäste waren uns sicher). Zum anderen, weil das Programm des Abends, trotz der vergleichsweise schwachen Häppchen, beste und anspruchsvollste Unterhaltung bot.

Wenn wir versuchen würden, alles was wir erlebt haben und welche Eindrücke wir dabei gesammelt haben, aufzuschreiben, dann würde dieser Text wahrscheinlich ziemlich lang werden, und weil niemand lange Texte mag, machen wir es ganz kurz:

Wir hatten eine tolle Zeit in Mainz, haben viel erlebt und tolle Leute kennen gelernt. Also ist es keine große Überraschung, dass wir traurig waren, als dieses „verrückte" und sehr lustige Praktikum zu Ende war. Und gelernt haben wir auch einiges ;-))

Wir wünschen Manfred noch alles Gute und hoffen, dass seine nächsten Praktikanten nicht so arbeitsscheu sein werden wie wir.