Praktikantentagebuch (1)

26.01.2017

Aileen Kristin Burghardt und Clara Zelinskli, Schülerinnen der 12. Klasse des Leininger Gymnasiums Grünstadt, geben einen Einblick in den ersten Praktikumstag bei einem Landtagsabgeordneten:

Unser erster Tag im Landtag

Entspannt und ausgeschlafen machten wir uns als die neuen Praktikantinnen von Manfred Geis um 8.30 Uhr in Grünstadt mit dem Zug auf den Weg nach Mainz. Als „unser“ Abgeordneter in Freinsheim hinzustieg, wurde uns gleich bewusst, dass der Job eines Politikers mehr ist, als „nur“ an Sitzungen teilzunehmen. Egal wo und wann, immer trifft Manfred Geis jemanden, der ihn kennt. So machten wir zum Beispiel auch gleich die Bekanntschaft mit der Weinprinzessin aus Weisenheim am Sand, die ebenfalls nach Mainz unterwegs war.

Im Abgeordnetenhaus des Landtags angekommen, bekamen wir auch schon die erste Aufgabe: Die Post der vergangenen Tage aus dem Postfach zu holen, um sie dann oben im Abgeordnetenbüro gemeinsam mit Herrn Geis durchzusehen. Das wichtigste Requisit war dabei wohl der Mülleimer, da neben der Terminvorschau für die kommende Woche, die für uns besonders interessant war, auch viele Zeitschriften, Broschüren, Einladungen und Briefe dabei waren, die nicht für den Tätigkeitsbereich von Herrn Geis von Bedeutung waren.

Für die Post blieb sowieso nicht viel Zeit, da bald die erste Sitzung stattfand. Die SPD-Mitglieder des Ausschusses für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur trafen sich zu einer Vorbesprechung des anstehenden gemeinsamen Arbeitskreises, an dem auch die Vertreter der Grünen und der FDP als Koalitionspartner teilnahmen und die Diskussionen zusätzlich anregten.

Doch auch danach gab es keine Mittagspause, nur einen schnellen Kaffee im Abgeordnetenbüro mit Studierenden der Cusanus-Hochschule aus Bernkastel-Kues. Nachdem sie uns ihre Anliegen geschildert hatten, gingen sie mit zu der am Nachmittag bevorstehenden öffentlichen Ausschusssitzung für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, dessen Vorsitzender Manfred Geis ist. Dort erwarteten uns bereits drei weitere junge Studentinnen, diesmal von Campus Mainz. Sie waren vor allem an Themen interessiert, die die Universität Mainz betrafen.

Nach der zweistündigen Sitzung war zwar immer noch keine Pause in Sicht, aber auch das gehört nun mal zum Leben eines Politikers. Es erwarteten uns zwei Frauen von „la profth“, dem Landesverband der professionellen freien Theater in Rheinland-Pfalz. Sie legten im Zuge der Planung des Doppelhaushalts 17/18 ihre Finanzierungsschwierigkeiten dar. Bei diesem Gespräch bekamen wir den Eindruck, dass vor allem im Bereich Kultur die Zuschüsse häufig zu gering ausfallen.

Gegen 17 Uhr machten wir uns auf zum Bahnhof, um nach Hause zu fahren. Da wir eine eineinhalbstündige Fahrt vor uns hatten, konnten wir den ganzen Tag noch einmal zusammen reflektieren und besprechen. Dabei wurde uns bewusst, wie viele Themen und Probleme diskutiert und gelöst werden müssen, von denen wir in unserem Alltag gar nicht viel mitbekommen. Im Zug gönnten wir uns dann unser wohlverdientes erstes Essen und freuten uns schon auf den nächsten Tag.