Schulbesuchstag des Landtags zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht 1938: Manfred Geis im Gespräch mit SchülerInnen an drei Schulen

11.11.2018

Jedes Jahr am 9. November findet in Rheinland-Pfalz der Schulbesuchstag des Landtags statt: Abgeordnete stellen sich in Schulen ihrem Wahlkreis den Fragen der SchülerInnen. Manfred Geis war wie jedes Jahr zum Gespräch zu Gast am Leininger Gymnasium Grünstadt. Zum ersten Mal beteiligten sich auch die Käthe-Kollwitz-Schule in Grünstadt und das Bad Dürkheimer Werner-Heisenberg-Gymnasium.

Überall hatten sich die SchülerInnen mit Fragen auf den Besuch ihres Landtagsabgeordneten vorbereitet. Vor allem interessierten sie sich für die aktuelle politische Lage, zum Beispiel die Situation der Regierungskoalition und der SPD. Auch Manfred Geis´ Meinung zu gesellschaftlichen Themen wie dem Klimawandel, der Bildungspolitik oder der Herabsetzung des Wahlalters auf 16 war gefragt. Dass sich die Schüler politisch engagieren und gerne einbringen möchten, wurde jedenfalls deutlich, auch wenn dies für sie nicht umbedingt im Rahmen einer Parteimitgliedschaft geschehen muss.

Dabei war es Manfred Geis ein ebenso großes Anliegen an diesem Tag, auch über die Ereignisse von vor 80 Jahren zu sprechen. "Darüber müssen wir reden", gibt er gleich zu Beginn zu bedenken, und erinnert daran, dass es hier, direkt vor der Haustür geschah, dass aus Nachbarn Todfeinde wurden, die Anderer Hab und Gut zerstörten und ihnen wörtlich das Leben nahmen. "Es war die Generation meiner Väter - eurer Groß- und Urgroßväter -, die Zeugen des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte waren. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft nie wieder stattfinden. Dazu müssen wir uns für unsere Demokratie einsetzen - das heißt auch, sich für Minderheiten stark zu machen, denen wir selbst nicht angehören."

In der Käthe-Kollwitz-Schule, einer Förderschule für SchülerInnen mit Lernschwierigkeiten, stand das Gespräch noch unter dem Eindruck eines Besuchs im ehemaligen KZ Osthofen. In Form von Plakaten und Texten hatte sich die Klasse mit den Ereignissen der Nazizeit auseinandergesetzt. Die SchülerInnen interessierten sich besonders für die ganz persönliche Familiengeschichte von Manfred Geis, der bereitwillig berichtete. Einige Schüler sprachen auch darüber, wie sie sich selbst als junge Menschen mit Migrationshintergrund aufgenommen fühlen.
Dass der seltene Gast äußerst willkommen war, betonte Devon beim Abschied: "Ich höre Ihnen gerne zu. Von mir aus können Sie jeden Tag kommen!"