Unser Tag für Afrika (16): Franziska Schmitt

03.07.2017

"Meinen Tag für Afrika habe ich in der Landeseinrichtung für Asylbegehrende und Ausreisepflichtige (LEAA) in Ingelheim verbracht.
Da ich zuvor noch nie in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete gewesen bin, war ich vorher ziemlich aufgeregt. Aber sowohl das Personal als auch die Bewohner waren im Umgang sehr herzlich und haben mich direkt in ihren Alltag eingebunden.
Die meiste Zeit habe ich im Büro, also im Social Office verbracht, wo die Bewohner mit diversen Anliegen kamen, die wir dann so gut es ging gemeinsam zu lösen versuchten. Eine große Herausforderung war dabei natürlich oftmals die Sprachbarriere, denn viele Flüchtlinge sprechen weder Deutsch noch Englisch. Die LEAA hat allerdings inzwischen ein gutes System entwickelt: Weil manche Flüchtlinge schon gutes Deutsch beziehungsweise sehr gutes Englisch sprechen, werden sie im Haus als Dolmetscher engagiert und verdienen sich auf diese Weise ein bisschen Taschengeld. Auch für mich war es eine völlig neue Erfahrung, mehrere Sprachen abwechselnd oder auch mal durcheinander zu sprechen. Allerdings konnte ich auf diese Weise im Gespräch mit zwei jungen Männern aus El Salvador sogar einmal mein Spanisch anwenden.
Insgesamt war mein Tag für Afrika also sehr abwechslungsreich und bereichernd. Zwischendurch standen zwar auch etwas weniger interessante Dinge an wie Post sortieren oder Listen erstellen. Der viele direkte Umgang mit den Bewohnern selbst hat das aber durch die Freundlichkeit und Dankbarkeit, die mir entgegengebracht wurde, kompensiert.
Ich kann also unbedingt jedem empfehlen, sich einen Tag lang oder auch dauerhaft in einer Einrichtung wie der LEAA zu engagieren, und ich bedanke mich beim gesamten Personal und allen Bewohnern für die schönen Erfahrungen, die ich von meinem Tag für Afrika mitnehmen konnte."